Was ist Inbound Marketing?

Inbound Marketing Definition: Was ist Inbound Marketing?

Inbound Marketing ist eine webbasierte Marketingdisziplin, die darauf abzielt, potenzielle Kunden durch interessante und nĂŒtzliche Inhalte freiwillig anzuziehen, statt sich ihnen wie bisher mit lĂ€stigen Werbebotschaften aufzudrĂ€ngen.

Der Begriff Inbound Marketing geht auf die beiden HubSpot-GrĂŒnder Brian Halligan und Dharmesh Shah zurĂŒck und ist primĂ€r ein Instrument zur digitalen Leadgenerierung.

Inbound Marketing vs. Outbound Marketing

Inbound Marketing unterscheidet sich vom traditionellen Outbound Marketing im Wesentlichen dadurch, dass der Kunde freiwillig und von selbst auf ein Unternehmen zukommt, sobald er einen Bedarf entdeckt. Passende Anbieter findet er dann beispielsweise, weil er bei seiner Recherche ĂŒber Google auf die jeweilige Webseite gelangt und die dargebotenen Inhalte als nĂŒtzlich empfindet. Oder weil er in sozialen Medien durch einen interessanten Post auf ein Unternehmen aufmerksam geworden ist.

Beim Outbound Marketing (oft auch als „Old Marketing“ bezeichnet) versuchen Unternehmen stattdessen aktiv Kunden zu umwerben, beispielsweise mittels Kaltakquise, TV Werbung, PlakatwĂ€nden, Printanzeigen, Flyer usw. Weil es EmpfĂ€nger meistens bei einer anderen TĂ€tigkeit unterbricht, hat es auch den Beinamen „Interruption Marketing“.

Das Ziel des Outbound Marketings ist es fast immer, mittels Werbebotschaften eine möglichst große Reichweite zu erzielen. Durch eine grĂ¶ĂŸere Masse an WerbeempfĂ€ngern erhofft man sich so, Kunden fĂŒr das eigene Angebot zu finden. Ganz nach dem Motto „Irgendjemand wird schon Interesse an unseren Produkten haben. Wir mĂŒssen nur so viele Menschen wie möglich erreichen.“

Da viele Methoden des Outbound Marketings nicht auf spezielle Zielgruppen ausgerichtet sind, ist der Streuverlust hier aber entsprechend groß. Denn die meisten Konsumenten, die Ihre Werbung sehen, haben zurzeit ĂŒberhaupt gar keinen Bedarf nach Ihren Produkten und blenden die als penetrant empfundene Werbung daher einfach aus (Werbeblindheit). Dies belegen auch folgende Statistiken:

  • 87% der Menschen wechseln bei TV Werbung den Kanal (Quelle: SĂŒddeutsche)
  • 45% der Menschen lassen Werbebriefe ungeöffnet (Quelle: Statista)
  • 84% der 25-34 JĂ€hrigen verlassen eine Webseite aufgrund störender Werbung wieder genervt (Quelle: Hubspot)
  • Über 2 Millionen Deutsche haben sich in die Robinsonliste eintragen lassen, weil sie keine unaufgeforderte Werbung möchten

So bevorzugen auch immer mehr Nutzer Dienste wie Netflix oder Spotify. Zum einen aufgrund der Wahlfreiheit des Programms, zum anderen aber auch, um der ReizĂŒberflutung durch Werbebotschaften zu entkommen.

Zwar können Sie mittels Outbound Marketing nach wie vor die Aufmerksamkeit potenzieller Kunden auf sich ziehen. Im Vergleich zum Inbound Marketing erweist es sich aber als deutlich kostspieliger.

Vorteile des Inbound Marketings

Vergleicht man Inbound Marketing mit klassischen Werbemethoden, liegen die Vorteile auf der Hand:

Bessere Zielgruppenansprache

Mit Inbound Marketing erreichen Sie diejenigen Konsumenten, die bereits ein konkretes Interesse an Ihren Produkten oder Dienstleistungen geĂ€ußert haben. Zielgerichtete Inhalte sorgen dafĂŒr, dass Sie Menschen mit fester Kaufabsicht magnetisch anziehen, statt wie beim Outbound Marketing ins Blaue zu werben.

Das minimiert den Streuverlust, sorgt fĂŒr qualifizierte Leads und reduziert unnötige Werbekosten.

Messbare Ergebnisse

Durch passende Analyse und Tracking Tools sind Auswirkungen und Erfolge der Inbound Marketing Methode jederzeit messbar. Bei klassischen Kampagnen wie dem Verteilen von Flyern lĂ€sst sich hingegen nur schwer einschĂ€tzen, wie viele EmpfĂ€nger den Flyer interessant fanden, wie viele ihn unbeachtet in den MĂŒll geworfen haben und wie viele Menschen Sie mithilfe des Flyers als Neukunden gewinnen konnten.

Beim Inbound Marketing können Sie genau sehen, welche Inhalte konsumiert werden und welchen Weg Ihr Kunde vom Erstkontakt bis zum Kaufabschluss durchlÀuft.

Dies liefert wichtige Erkenntnisse ĂŒber das Kaufverhalten und die BedĂŒrfnisse Ihrer Zielgruppe, die Sie zur weiteren Optimierung Ihrer Inhalte heranziehen können.

Kosteneffizienz

Durch Inbound Marketing gewonnene Neukunden und Leads sind durchschnittlich rund 60 Prozent gĂŒnstiger als Kontakte, die ĂŒber das klassische Outbound Marketing zustande kommen.

Damit ist Inbound Marketing deutlich kosteneffizienter als Outbound Marketing.

Nachhaltigkeit

Die Investition in Inbound Marketing zieht nachhaltige Erfolge mit sich. Denn einmal erstellte hochwertige Inhalte locken auch noch nach vielen Jahren potenzielle KĂ€ufer zu Ihrem Angebot.

Expertenstatus

Durch hochwertigen und nĂŒtzlichen Content liefern Sie Nutzern einen Mehrwert und beweisen Ihre Kompetenz, was das Vertrauen in Ihre Marke stĂ€rkt.

Inbound Marketing unterstĂŒtzt Sie durch gute Inhalte demnach dabei, sich einen Expertenstatus in Ihrem GeschĂ€ftsfeld zu erarbeiten. Das sorgt nicht nur fĂŒr WertschĂ€tzung und Anerkennung seitens Ihrer Kunden, sondern auch von Mitbewerbern und anderen Experten aus Ihrem Fachkreis.

Nach und nach werden Sie so zu einer schwer ersetzbaren AutoritÀt.

Ziele des Inbound Marketings

Wie auch beim Outbound Marketing geht es beim Inbound Marketing letztendlich um die Erhöhung des Umsatzes. Der Weg dahin erfolgt beim Inbound Marketing jedoch wesentlich kundenorientierter, wodurch zahlreiche umsatzfördernde „Nebenziele“ erreicht werden:

  • Neukunden- und Leadgenerierung
  • Steigerung des Umsatzes
  • Langfristige Kundenbeziehungen
  • Aufbau des Markenimages
  • Steigerung der Markenbekanntheit
  • Erreichen eines Expertenstatus

Instrumente des Inbound Marketings

Inbound Marketing umfasst im Allgemeinen alle Gebiete des Online Marketings, die auf der Pull Strategie basieren. Laut der Marketingsoftware Hubspot sind dies insbesondere:

Content Marketing

Content Marketing steht im Mittelpunkt der gesamten Inbound Marketing Strategie und kann daher auch als Motor des Inbound Marketings betrachtet werden.

Inbound Marketing kann ohne guten Content und dessen zielgerichteter Verbreitung nicht funktionieren. Denn es fehlt die Basis, um das Interesse der Besucher zu wecken und sie entlang der Customer Journey mit passgenauen Inhalten immer weiter in den Sales Funnel zu schieben.

Suchmaschinenoptimierung (SEO und SEA)

Die Suchmaschinenoptimierung einer Webseite ist fĂŒr erfolgreiches Inbound Marketing unverzichtbar. Denn der Rechercheprozess der meisten Nutzer beginnt ĂŒber Suchmaschinen wie Google. Eine gute Google Platzierung fĂŒr relevante Suchbegriffe ist damit eine hervorragende Möglichkeit, qualifizierte Besucher freiwillig auf Ihre Webseite zu locken.

Social Media Marketing

Viele Nutzer finden ĂŒber eine Verlinkung in sozialen Netzwerken den Einstieg in eine Webseite. Auch Inbound Marketing nutzt daher die Möglichkeit der sozialen Medien, um wertvolle Inhalte viral zu verbreiten, mit Interessenten zu interagieren und einer Marke ein Gesicht zu geben. Inbound Marketing zielt darauf ab, aus Fans wiederkehrende Kunden und wertvolle Markenbotschafter zu machen.

Fokussieren Sie sich beim Social Media Marketing hauptsÀchlich auf soziale Netzwerke, in welchen Ihre idealen KÀufer auch tatsÀchlich aktiv unterwegs sind.

Blogging

Aktives und gutes Blogging fĂŒhrt zu mehr Sichtbarkeit im Internet. Zum einen erscheint Ihre Webseite hĂ€ufiger zu verschiedenen Suchanfragen bei Google, zum anderen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass besonders interessante Blog Artikel sich automatisch im Internet verbreiten. Das wiederum zieht noch mehr Nutzer auf Ihre Webseite, die Sie in Neukunden und Leads verwandeln können.

Um das volle Potenzial des Inbound Marketings auszunutzen, sollten Ihre BlogbeitrÀge so informativ und hilfreich wie möglich sein, damit Nutzer einen Mehrwert daraus ziehen können. Fokussieren Sie sich auf Blogthemen, die Ihre Zielgruppe passgenau ansprechen und mögliche Fragen kompetent beantworten.

Public Relations (PR)

Public Relations (PR) und Inbound Marketing haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam. Über gute PR können Sie allerdings Ihre MarkenautoritĂ€t und damit Ihr Image verbessern. Und je besser Ihr Image, desto wertvoller sind auch die durch Inbound Marketing angebotenen Inhalte.

Public Relations eignen sich damit also hervorragend, um den Inbound Marketing Prozess zusĂ€tzlich zu unterstĂŒtzen.

E-Mail Marketing

Eines der wesentlichen Hauptziele von Inbound Marketing ist es, Kontaktdaten von Interessenten zu sammeln, um sie im weiteren Verlauf in Kunden zu konvertieren. Die hĂ€ufigsten Kontaktdaten, die User online hinterlassen, sind ihre E-Mail Adressen. Zum Beispiel, um sich fĂŒr einen Newsletter oder eine Demoversion zu registrieren.

Das Sammeln von E-Mail Adressen ist im Inbound Marketing Ă€ußerst wertvoll, da Sie so jederzeit wieder in Kontakt mit potenziellen KĂ€ufern treten können. E-Mails oder Newsletter eignen sich daher hervorragend, um sich Nutzern wieder ins GedĂ€chtnis zu rufen und sie zu einem erneuten Besuch Ihrer Webseite zu bewegen.

SelbstverstĂ€ndlich sollten Sie E-Mail Adressen dabei nicht fĂŒr reine Werbezwecke missbrauchen. Denn auch hier gilt beim Inbound Marketing, potenzielle Kunden durch ansprechende und nĂŒtzliche Mailings zu reaktivieren.

Der Inbound Marketing Prozess

Der Inbound Marketing Ansatz wird in folgende vier Phasen unterteilt:

Inbound Marketing

Phase 1: ANWERBEN – Anziehen statt anschreien

In der ersten Phase des Inbound Marketings geht es darum, Ihre Zielgruppe bei deren Rechercheprozess mit ansprechenden Inhalten zu erreichen und zu begeistern. Die eigene Website muss hierfĂŒr möglichst attraktiv sein, sodass Fremde aktiv und aus eigenem Antrieb zu ihr gelangen.

Der Inbound Marketing Funnel

Der Inbound Marketing Funnel (Trichtermodell) beschreibt die wichtigsten Phasen des Kunden entlang der Customer Journey. Nicht jeder Besucher, der aufgrund Ihrer Inhalte den Weg auf Ihre Webseite findet, verlÀsst den Trichter zwangslÀufig als qualifizierter Lead am unteren Ende.

 

Top of Funnel (TOFU)

Am oberen Ende des Inbound Marketing Funnels befinden sich alle Menschen, die zumindest einmal kurz auf Ihrer Webseite vorbeischauen. Hierzu gehören auch Besucher, die lediglich ohne eine Kaufbereitschaft nach Informationen suchen oder sich einfach nur auf Ihrer Webseite „verirrt“ haben. Nur ein Teil der Besucher gelangt weiter in den Inbound Marketing Funnel.

Middle of Funnel (MOFU)

In diesem Teil des Inbound Marketing Funnels befinden sich die Besucher, die bereits Interesse an Ihren Produkten oder Dienstleistungen entwickelt haben. Sie suchen in dieser Phase also bereits nach Lösungen fĂŒr ein konkretes Problem und beschĂ€ftigen sich aktiv mit Ihrem Angebot. Viele Besucher sind in diesem Abschnitt bereit, ihre Kontaktdaten zu hinterlassen.

Bottom of Funnel (BOFU)

Am Ende des Inbound Marketing Funnels befinden sich nun alle Besucher, die grundsĂ€tzlich bereit zum Kaufen sind. Viele schwanken noch zwischen verschiedenen Anbietern oder brauchen einen letzten Impuls, um sich endgĂŒltig fĂŒr den Kaufabschluss zu entscheiden. Dies ist der ideale Zeitpunkt, um beispielsweise die Kontaktdaten an den Vertrieb weiter zu reichen, der letzte Unsicherheiten des Leads beseitigen kann.

Die Inbound Marketing Strategie

1. Erstellen von Buyer Personas

Damit Sie Ihre Inbound Marketing Kampagne zielgerichtet ausrichten können, mĂŒssen Sie natĂŒrlich wissen, welche konkreten Personen Sie mit Ihren Inhalten ĂŒberhaupt erreichen möchten und wie Ihnen das am besten gelingt.

Die Definition einer allgemeinen Zielgruppe reicht fĂŒr effektives Inbound Marketing nicht aus, da sie einen Personenkreis nur recht oberflĂ€chlich beschreibt.

Im Inbound Marketing geht es aber immerhin darum, potenzielle Kunden im richtigen Moment mit dem richtigen Content abzuholen. Dies erfordert ein prĂ€zises Vorgehen und genaue Kenntnisse ĂŒber das exakte Kaufverhalten Ihrer Wunschkunden.

Diese PrĂ€zision fehlt bei der Definition einer allgemeinen Zielgruppe, da viele Dinge nicht berĂŒcksichtigt werden können, die fĂŒr die Kaufentscheidung des einzelnen Kunden jedoch ausschlaggebend sein können.

Nehmen wir als Beispiel die Zielgruppe „Alle MĂ€nner ĂŒber 40, die beruflich erfolgreich sind und Kinder haben.“ Der berĂŒhmte Rapper Eminem und der amerikanische PrĂ€sident Donald Trump passen beide in diese Zielgruppe. Und doch werden die meisten zustimmen, dass wir sie nicht mit derselben Ansprache und denselben Content Formaten erreichen werden.

Stattdessen sollten Sie beim Inbound Marketing daher auf Buyer Personas setzen. Buyer Personas sind sozusagen fiktive Vertreter Ihrer allgemeinen Zielgruppe. Sie eignen sich hervorragend, um prĂ€zise Kundenprofile anzulegen, mit deren Hilfe Sie konkrete BedĂŒrfnisse, Fragen und Probleme Ihrer typischen Kunden entlang ihrer Customer Journey aufdecken können.

Im Allgemeinen geht es bei der Buyer Persona um die Beantwortung u.a. folgender Fragen:

  • Welche Content Formate bevorzugt Ihr idealer Kunde? In welchen sozialen Netzwerken ist er aktiv unterwegs?
  • Wie geht Ihr Kunde beim Rechercheprozess vor? Welche Informationen sucht er konkret und ĂŒber welche KanĂ€le? Wie wichtig sind ihm Testberichte oder Produktbewertungen?
  • Welche Emotionen spielen bei seiner Kaufentscheidung eine Rolle?
  • Welche Fragen beschĂ€ftigen ihn? Welche BedĂŒrfnisse hat er und welche Vorteile bieten ihm Ihre Lösungen?

Unser kostenloses Buyer Persona Workbook kann Ihnen dabei helfen, die perfekte Buyer Persona fĂŒr Ihre Inbound Marketing Strategie zu entwickeln.

2. Definition von SMART-Zielen

Ohne SMART-Ziele wird Inbound Marketing zur GlĂŒckssache. Daher sollten Sie von Anfang an langfristige Ziele festlegen, die Sie mit einer Inbound Marketing Strategie erreichen möchten. Der SMART-Ansatz kann Ihnen dabei helfen, konkrete Ziele zu definieren:

S-pecific (Spezifisch)

Die gesetzten Ziele mĂŒssen spezifisch und eindeutig beschrieben sein. Es reicht also nicht zu sagen: „Ich möchte mehr Leser auf meinem Blog haben.“ Richtig formuliert wĂ€re es stattdessen: „Ich möchte innerhalb von 12 Monaten die Anzahl der Leser auf meinem Blog verdoppeln.“

Außerdem sollte genau festgelegt werden, mit welchen konkreten Content Arten die eigene Zielgruppe am besten erreicht werden kann. Manche Zielgruppen können beispielsweise ĂŒber einen Blog besser erreicht werden, als ĂŒber ein Video.

A-chievable (Erreichbar) und R-ealistic (Realistisch)

Die definierten Inbound Marketing Ziele sollten realistisch und damit erreichbar sein. „Ich möchte in einer Woche meinen Umsatz um 200% steigern.“ Ist definitiv unrealistisch.

M-easurable (Messbar)

Alle Inbound Marketing Ziele sollten messbar sein. Denn wie wollen Sie sonst herausfinden, ob Ihre Inbound Marketing Strategie aufgeht?

Definieren Sie hierfĂŒr alle wichtigen KPIs, die fĂŒr die Erfolgsmessung relevant sind. Das kann zum Beispiel die Anzahl der Besucher sein, der Return on Investment (ROI), die Verweildauer uvm.

T-ime framed (Terminiert)

Die Ziele mĂŒssen in einem festgelegten Zeitraum erreicht werden, also einen festen Endpunkt haben.

3. Aufgaben und Ziele festlegen

FĂŒr eine effektive Umsetzung der Inbound Marketing Strategie sollten Sie vorab folgende Fragen klĂ€ren:

  • Soll eine Inbound Marketing Agentur beauftragt werden oder soll die Umsetzung durch ein internes Team erfolgen?
  • Wer kĂŒmmert sich um die Themenrecherche und den Redaktionsplan? Ist Ihre Freigabe erforderlich?
  • Wer kĂŒmmert sich um die Content Erstellung und um die Verbreitung des Contents?
  • Soll externe Software wie zum Beispiel Hubspot fĂŒr die Marketing Automation eingesetzt werden?

4. Content Audit und Themenrecherche

Inbound Marketing lebt von guten Inhalten, die Nutzer als hilfreich und inspirierend empfinden. Um solche Inhalte zu erstellen, mĂŒssen Sie nicht zwangslĂ€ufig bei null anfangen.

Mithilfe eines Content Audits können Sie sich zunĂ€chst einen detaillierten Überblick ĂŒber Ihre eventuell bereits bestehenden Webinhalte verschaffen. Insbesondere die Resonanz der jeweiligen Inhalte bei Ihrer Zielgruppe sollten Sie dabei genau unter die Lupe nehmen. Dies funktioniert natĂŒrlich nur, wenn Sie das Besucherverhalten auf Ihrer Webseite mithilfe von Webanalyse Tools wie Google Analytics nachverfolgen können.

Womöglich entdecken Sie auf Ihrer Webseite dabei Inhalte und Themen, die bei bisherigen Nutzern gut ankamen. Solche Inhalte erkennen Sie bei Google Analytics ĂŒblicherweise an einer hohen Anzahl an Seitenaufrufen und einer langen Verweildauer. Es lohnt sich auch, gleichzeitig Ihr Linkprofil zu analysieren, um herauszufinden, ob gewisse Inhalte besonders oft von anderen Webseiten verlinkt und empfohlen wurden. Content, der bereits gut performt, kann im Zuge der Inbound Marketing Strategie weiterverwendet bzw. weiter ausgebaut werden.

Ein Content Audit kann zudem Aufschluss darĂŒber geben, welche Themen und Content Formate bei Ihrer Zielgruppe funktionieren und welche nicht. Diese Erkenntnis ist fĂŒr die Themenrecherche Ihrer Inbound Marketing Strategie Ă€ußerst wertvoll. Denn immerhin geht es im Inbound Marketing ja darum, Wunschkunden mit nĂŒtzlichen Inhalten zu erreichen und zu begeistern.

Inhalte und Themen, die kaum konsumiert werden oder eine hohe Absprungrate aufweisen, können Sie hingegen aussortieren.

Folgende Fragen können Ihnen bei der Themenrecherche helfen:

  • Existieren auf Ihrer Webseite bereits Themen/Inhalte, die gut performen? Welche sind das?
  • Was bewegt Ihre Zielgruppe? Welche Fragen beschĂ€ftigen sie?
  • Was sind aktuell interessante Trends in Ihrem GeschĂ€ftsfeld?
  • Welche Inhalte von Mitbewerbern stoßen bei Nutzern in sozialen Netzwerken auf besonders großes Interesse?
  • Welche Themen stoßen bei Ihrer Zielgruppe bisher eher auf geringes Interesse? Woran liegt das?
  • Welche Botschaft wollen Sie Ihrer Zielgruppe („unterschwellig“) mitteilen? Wie erreichen Sie das?

5. Content Produktion

Die Content Produktion ist im Grunde das Herz des Inbound Marketings. Mit ihr steht und fÀllt der Erfolg der gesamten Inbound Marketing Kampagne.

Hierbei geht es nicht nur um die Erstellung von (SEO-)Texten fĂŒr Ihre Webseite. Egal, wie gut sie geschrieben sind: Mit Texten allein werden Sie Ihre Zielgruppe kaum begeistern können.

Es gilt, weitere Content Formate zu identifizieren, die von Ihrer Zielgruppe bevorzugt werden und die Ihr Angebot lebendiger machen. Infografiken, Tutorials, Videos, Whitepaper oder Checklisten können dabei helfen, vor allem komplexe Themen verstÀndlicher darzustellen. Gut gemachte Infografiken oder ansprechende ErklÀrvideos werden zudem auch gerne freiwillig mit anderen geteilt.

Vergessen Sie außerdem nicht, warum Sie Inbound Marketing einsetzen: Weil Sie Kaufinteressierte auf ihrer Customer Journey mit nĂŒtzlichen Inhalten abholen möchten. Verzichten Sie daher vollstĂ€ndig auf einen werblichen Ausdruck in Ihren Texten. Schreiben Sie in erster Linie nicht ĂŒber sich oder Ihre Produkte, sondern geben Sie dem Nutzer die Informationen, die er wirklich benötigt. Denn der Leser sucht nicht nach Informationen ĂŒber Sie, sondern nach Lösungen fĂŒr seine aktuellen Probleme oder BedĂŒrfnisse.

Weitere Tipps fĂŒr Ihre Content Produktion:

  • Achten Sie auf eine gute Strukturierung Ihrer Inhalte
  • Bauen Sie Ihre Inhalte hierarchisch auf
  • Vermeiden Sie zu lange AbsĂ€tze
  • Verwenden Sie ansprechende Überschriften
  • Verwenden Sie visuelle Content Formate und ListenaufzĂ€hlungen, um Texte aufzulockern
  • Platzieren Sie Keywords sinnvoll innerhalb Ihrer AbsĂ€tze und Überschriften
  • Erstellen Sie Ihre Inhalte stets fĂŒr den Leser, nicht fĂŒr Suchmaschinen
  • Verwenden Sie Themen Cluster

Liste beliebter Content Formate

  • Texte, Blogartikel
  • Bilder, Grafiken, Infografiken, Videos
  • Tutorials, Ratgeber, Whitepaper, Checklisten, E-Books
  • Testberichte
  • Podcasts
  • Storytelling

6. Content Distribution

Bei der Content Distribution geht es darum, den produzierten Inhalt systematisch ĂŒber relevante KanĂ€le zu verbreiten. Die Art der Content Distribution orientiert sich dabei in erster Linie an den verwendeten Content Formaten, den bevorzugten KanĂ€len der Buyer Persona und den Zielen, die Sie mittels Inbound Marketing erreichen möchten.

Die klassischen KanĂ€le hierfĂŒr werden nach Owned-, Earned- und Paid-Media differenziert.

Earned Media KanÀle

Auf Earned Media KanĂ€le haben Sie in der Regel keinen direkten Einfluss. Die Verbreitung Ihres Contents ĂŒber Earned Media KanĂ€le erfolgt meistens ĂŒber Dritte, die Ihre Arbeit wertschĂ€tzen und freiwillig darĂŒber berichten. Wie der Name bereits suggeriert, mĂŒssen Sie sich die Content Distribution ĂŒber Earned Media also zunĂ€chst „verdienen“. Als mögliche KanĂ€le zĂ€hlen hier alle Fremdmedien, wie die ErwĂ€hnung Ihres Unternehmens in einem externen Blog, die virale Verbreitung ĂŒber Social Media, Presseberichte, Online Bewertungen usw.

Owned Media KanÀle

Hierzu gehören alle unternehmenseigenen KanÀle, die Sie selbst unter Kontrolle haben. Das können die eigene Webseite oder der eigene Blog sein, der eigene Newsletter, eigene Podcasts, aber auch das Facebook Profil oder der YouTube Kanal.

Paid Media KanÀle

Hierzu gehören alle Channels, auf denen Sie Ihre Inhalte gegen Bezahlung schalten und promoten können. Hierzu zĂ€hlen vor allem Google und Facebook Ads, YouTube Werbung, Display Werbung jeglicher Art und Native Ads wie bezahlte Produktplatzierungen bei Influencern. Es gilt nun herauszufinden, auf welchen KanĂ€len und mit welchem Content Sie Ihre Zielgruppe, in welcher Phase entlang ihrer Customer Journey, am effektivsten erreichen. Folgende Grafik kann Ihnen dabei helfen, geeignete KanĂ€le fĂŒr Ihre Inbound Marketing Strategie zu identifizieren:

Funnel Inbound Marketing

Quelle: https://www.sem-deutschland.de/inbound-marketing-agentur/online-marketing-glossar/customer-journey/

7. Erfolgsmessung und Analyse

FĂŒr welche Unternehmen lohnt sich eine Inbound Marketing Agentur?

Die vielfĂ€ltigen Möglichkeiten und Vorteile des Inbound Marketings sind natĂŒrlich fĂŒr die meisten Unternehmen Ă€ußerst attraktiv. Dennoch ist die Zusammenarbeit mit einer Inbound Marketing Agentur nicht fĂŒr jedes Angebot sinnvoll. Sogenannte “Low Involvement” Ware benötigt beispielsweise keine große Entscheidungsfindung. Hierunter fallen Artikel wie Schuhe, Kleider, Accessoires usw.

FĂŒr Onlineshops, die ausschließlich mit Waren mit kurzer Entscheidungsfindung handeln, ist eine Inbound Marketing Agentur also nicht unbedingt die ideale Lösung.

Inbound Marketing ist vor allem fĂŒr Investitionen sinnvoll, die eine hohe BeratungsintensitĂ€t und/oder einen intensiven Entscheidungsprozess aufweisen. Das können beispielsweise sehr kostenintensive, erklĂ€rungsbedĂŒrftige oder individuelle Produkte sein.
Der Erfolg der Inbound Marketing Strategie hĂ€ngt auch nicht ausschließlich vom Einsatz unserer Inbound Marketing Agentur ab. Vielmehr erfordert Inbound Marketing stellenweise eine komplette Umstrukturierung und ein langfristiges Umdenken innerhalb des gesamten Unternehmens. Um das Potential des Inbound Marketings voll auszuschöpfen, mĂŒssen so beispielsweise Vertrieb und Inbound Marketing Agentur perfekt aufeinander abgestimmt sein und als Team zusammenarbeiten.

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